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Zum 31.12.2020 läuft für die ersten Erzeugungsanlagen die EEG-Förderung aus, soweit es sich nicht um Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Wasserkraft handelt. In den Folgejahren wird dies immer mehr EEG-Anlagenbetreiber betreffen.

Nach aktueller Gesetzeslage (EEG 2017) ist eine weitere Einspeisung der erzeugten Mengen ab dem 1. Januar 2021 nur noch unter besondere Voraussetzung zulässig. Näheres finden Sie unter den unten genannten Optionen.

Wir erwarten jedoch, dass noch kurzfristig eine Nachfolgeregelung für kleine Photovoltaikanlagen durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Abstimmung mit den betroffenen Verbänden geschaffen wird. Die Veröffentlichung der EEG-Novelle 2021 ist für Ende September 2020 vorgesehen.

Bevor Sie als Photovoltaikanlagenbetreiber vorschnell handeln, empfehlen wir Ihnen die Novelle des EEG 2021 und die damit verbundenen Lösungen abzuwarten. Wir werden zu dem gegebenen Zeitpunkt noch einmal auf die betroffenen Anlagenbetreiber zugehen und Ihnen konkrete Lösungen aufzeigen.

Den Betreibern von Wind, Biomasse, Deponiegas oder sonstigen Erzeugungsanlagen empfehlen wir jedoch, zeitnah einen Vertrag über eine sonstige Direktvermarktung abzuschließen.

Für Erzeugungsanlagen, die bisher schon in der geförderten Direktvermarktung angesiedelt sind, fällt die entsprechende Marktprämie weg. Einen Wechsel in die sonstige Direktvermarktung ist durch eine Marktmeldung durch den Stromhändler notwendig. Ob ein Umbau der Messanlagen notwendig und eine weitere Direktvermarktung zu Marktpreisen wirtschaftlich ist, müssen die Anlagenbetreiber mit den entsprechenden Anlagenplanern bzw. Installateuren separat besprechen.

Im Folgenden haben wir nach derzeitiger Gesetzeslage die momentan möglichen Optionen zur weiteren Einspeisung aufgeführt.

Option 1 - Umbau der Anlage auf vollständigen Eigenverbrauch

(ausschließlich eigene Nutzung der erzeugten Energie)

  • Die erzeugte Energie wird nicht mehr ins öffentliche Versorgungsnetz eingespeist, sondern ausschließlich durch den Erzeuger und/oder durch Dritte zu 100 % vor Ort verbraucht
  • Hierbei kann eine Optimierung durch Speicher, Wärmepumpen und/oder Elektromobilität bzw. andere geeignete Lasten erfolgen
  • Technisch lässt sich eine Nichteinspeisung auch durch den Einbau von Energieflussrichtungssensoren unter Berücksichtigung der für die Anlage gültigen technischen Richtlinien realisieren

Erster Schritt dazu ist die Kontaktaufnahme zu einem Elektroinstallateur, um den technischen Umbau abzuklären.

Option 2 - Direktvermarktung der erzeugten Energie

  • Die erzeugte Energie wird vollständig in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist
  • Der Vertrieb erfolgt über einen Stromhändler (Direktvermarkter) an der Strombörse (max. zum Börsenpreis), hierzu ist eine Anmeldung des Direktvermarkters bei der EAM Netz erforderlich
  • Für die Vermarktung ist eine registrierende Leistungsmessung erforderlich und somit ein Austausch einer ggf. vorhandenen Arbeitsmessung (Arbeitszähler)

Option 3 - Überschusseinspeisung

(Kombination aus Eigenverbrauch und Direktvermarktung des Reststroms)

  • Die erzeugte Energie wird nur teilweise durch den Erzeuger und/oder einen Dritten vor Ort verbraucht; Erster Schritt dazu siehe Option 1
  • Die überschüssige Energie wird in das öffentliche Netz unter den Bedingungen von Option 2 eingespeist

Option 4 - Rückbau der Anlage

  • Je nach Zustand der Anlage und ihrer Komponenten ist eine Abwägung empfehlenswert, inwiefern ein Weiterbetrieb nach den vorgenannten Optionen noch eine Alternative darstellt
  • Die Abmeldung der Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur und beim Netzbetreiber ist ebenfalls erforderlich

Option 5 - Repowering (bei Windenergieanlagen)

  • Für Windenergieanlagen besteht die Option des Repowerings
  • Hierbei ist allerdings immer eine Einzelfallbetrachtung notwendig, da die Vorschriften und Bedingungen für das Repowering verschärft wurden, z.B. die Abstandsregelungen

Option 6 - Anschlussförderung (bei Biogasanlagen)

  • Unter bestimmten Voraussetzungen ist Ihre Biogasanlage für eine Anschlussförderung qualifiziert
  • Die Anmeldungen bzw. Voraussetzungen finden Sie auf der Internetseite der Bundesnetzagentur

 

Hinweis: Sofern Strom in Form der Direktvermarktung eingespeist wird, ist für die Abgrenzung der nicht mehr geförderten Energiemengen eine zusätzliche Messung erforderlich.

Bei Änderungen der Rechtslage wird dieser Internetauftritt angepasst.